Sustainability

Nachhaltige Futterstoffe: Was zu beachten ist

11 June 2026·6 min read

Erkunden Sie Fasern, Zertifizierungen und die Auswirkungen der lokalen Produktion.

Die Nachhaltigkeit eines Kleidungsstücks hängt nicht allein vom Oberstoff ab. Auch Futterstoffe, Einlagen, Knöpfe, Reißverschlüsse und sonstige Zubehörteile tragen zur Umweltbilanz bei und müssen in die Materialstrategie einer Marke einbezogen werden.

Ein nachhaltiges Futterkonzept erfordert jedoch Präzision. Es gibt keine Universalfaser, die für alle Produkte gleichermaßen geeignet ist, und keinen Stoff, der ohne Berücksichtigung von Herkunft, Herstellung, Rückverfolgbarkeit, Langlebigkeit und Verwendungszweck pauschal als „nachhaltig“ bezeichnet werden kann.

Die Materialzusammensetzung ist nur der Anfang

Die verwendete Faser beeinflusst die Umwelt-Eigenschaften des Gewebes, reicht für eine vollständige Ökobilanzierung jedoch allein nicht aus.

Mögliche Alternativen umfassen:

  • Recycelte Fasern.

  • Zellulosefasern aus kontrollierter Forstwirtschaft.

  • Zertifizierte Rohstoffe aus biologischem Anbau.

  • Fasern mit lückenlos dokumentierter Rückverfolgbarkeit.

Die Materialauswahl muss stets die funktionellen Anforderungen des Kleidungsstücks erfüllen. Der Austausch eines Rohstoffs gegen eine Alternative mit unzureichender Festigkeit oder Stabilität kann die Lebensdauer des Produkts verkürzen.

Prüfkriterien bei der Auswahl nachhaltiger Futterstoffe

Herkunft der Rohstoffe

Marken müssen Transparenz über die Faserzusammensetzung, die Herkunft sowie die bereitgestellten Nachweisdokumente besitzen. Allgemeine Begriffe wie „öko“, „grün“ oder „verantwortungsvoll“ ersetzen keine verifizierbare Lieferketten-Rückverfolgbarkeit.

Anwendbare Zertifizierungen

Standards wie GRS, OCS oder FSC belegen spezifische Kriterien wie den Recyclinganteil, den Bio-Ursprung oder eine nachhaltige Forstwirtschaft.

Hierbei gilt es zu prüfen:

  • Welchen genauen Geltungsbereich der jeweilige Standard abdeckt.

  • Ob Hersteller und Produkt vom Zertifikat erfasst sind.

  • Ob die Chain of Custody (CoC / Produktkette) lückenlos geschlossen ist.

  • Ob entsprechende Transaktionszertifikate (TCs) vorliegen.

  • Ob die Marketingaussagen den tatsächlich zertifizierten Prozentanteil widerspiegeln.

Zertifizierungen dürfen keinesfalls für Aussagen genutzt werden, die über ihren tatsächlichen Prüfrahmen hinausgehen.

Technische Leistungseigenschaften

Die funktionellen Eigenschaften des Futters bleiben essenziell. Folgende Parameter sollten evaluiert werden:

  • Reiß- und Zugfestigkeit.

  • Maßhaltigkeit / Formbeständigkeit.

  • Farbechtheit.

  • Pilling-Resistenz.

  • Nahtschiebefestigkeit.

  • Elastizität (sofern erforderlich).

  • Verträglichkeit mit den vorgesehenen Pflegeverfahren.

Nachhaltigkeit darf nicht isoliert von Qualität und Strapazierfähigkeit betrachtet werden.

Gewicht und Materialeffizienz

Nutzbreite, Stoffgewicht und Zuschnitt-Effizienz bestimmen den Materialverbrauch. Ein für die Anwendung optimiertes Gewebe trägt dazu bei, Verschnitt in der Konfektion zu reduzieren.

Nähe und Lieferkettentransparenz

Der Standort der Produktionsprozesse, die Nachverfolgbarkeit und die Transparenz der Lieferanten sind wichtige Bewertungsfaktoren. Die Zusammenarbeit mit Partnern, die fundierte technische und dokumentarische Nachweise liefern können, erleichtert Modemarken die Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele.

Vermeidung von Greenwashing

Aussagen zum Umweltschutz müssen spezifisch, nachweisbar und verständlich sein. Anstatt einen Stoff pauschal als „nachhaltig“ zu bezeichnen, sollten präzise Produkteigenschaften kommuniziert werden:

  • „Hergestellt aus zertifiziertem recyceltem Polyester.“

  • „Viskose aus nachhaltig bewirtschafteter Forstwirtschaft.“

  • „Zertifizierter Bio-Faseranteil.“

  • „Rückverfolgbare Produktion mittels Chain-of-Custody-Dokumentation.“

Es wird empfohlen, sämtliche Nachweise systematisch zu archivieren und die Produktangaben bei Lieferanten-, Rohstoff- oder Prozesswechseln umgehend zu aktualisieren.

Das Futter als fester Bestandteil der Produktstrategie

Eine frühzeitige, verantwortungsvolle Auswahl von Futterstoffen verhindert kurzfristige Kompromisse am Ende des Entwicklungsprozesses. Zusammensetzung, Preis, Mindestmengen (MOQs), Lieferzeiten und Zertifizierungen sollten parallel zum Oberstoff evaluiert werden.

Puig Ubach entwickelt Futterstoffe mit unterschiedlichen Materialzusammensetzungen und zertifizierten Optionen, die präzise auf die technischen und dokumentarischen Anforderungen jedes Projekts abgestimmt werden.

Die Bedeutung des Produktionsprozesses

Zertifizierte Rohstoffe bilden eine gute Grundlage, müssen jedoch durch energie- und ressourcenschonende Fertigungsverfahren ergänzt werden.

Energieeffizienz und Abfallmanagement

Puig Ubach ist nach ISO 50001 zertifiziert. Dies bestätigt unser betriebliches Energiemanagementsystem und unser Engagement für die kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz. Eigene Photovoltaikanlagen decken zudem einen Teil unseres täglichen Strombedarfs ab.

Darüber hinaus wenden wir strukturierte Verfahren an, um Materialverluste zu minimieren sowie Textilreste, Garne, Verpackungen und sonstige Betriebsstoffe fachgerecht zu recyceln.

Soziale Verantwortung

Nachhaltigkeit beinhaltet immer auch eine soziale Komponente. Modemarken sollten mit Herstellern zusammenarbeiten, die Arbeitsrechte wahren, sichere sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen garantieren und die gesetzlichen Vorgaben strikt einhalten.

Bei Puig Ubach ist soziale Verantwortung ein fester Bestandteil unserer Industriekultur. Wir fördern ein sicheres, fairem und diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld für all unsere Mitarbeiter.

Planen Sie die Materialauswahl für Ihre nächste Kollektion? Kontaktieren Sie Puig Ubach, um mehr über unsere Futterstoffe aus nachhaltigen Rohstoffen zu erfahren und die passenden Zertifizierungsunterlagen anzufordern.

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